- Skonto ist ein Preisnachlass für schnelle Zahlung. Der Kunde darf ihn nur abziehen, wenn er vereinbart wurde.
- Auf der Rechnung gehören Prozentsatz, Frist und der Betrag nach Abzug klar formuliert dazu.
- Zieht der Kunde Skonto, ändert sich die Bemessungsgrundlage. Du korrigierst die Umsatzsteuer, der Kunde seine Vorsteuer.
- Bei VOB/B-Verträgen und Abschlagsrechnungen gilt Skonto nur, wenn es ausdrücklich und eindeutig vereinbart ist.
Inhalt dieses Ratgebers
- Was ist Skonto?
- Skonto oder Rabatt: der Unterschied
- So formulierst du Skonto auf der Rechnung
- Rechenbeispiel: Was Skonto kostet
- Umsatzsteuer nach Skontoabzug korrigieren
- Solltest du Skonto überhaupt anbieten?
- Wenn der Kunde Skonto unberechtigt zieht
- Skonto beim Einkauf selbst nutzen
- Skonto bei Abschlagsrechnungen und VOB/B
- Häufige Fragen
Was ist Skonto?
Skonto ist ein Nachlass für schnelle Zahlung. Du bietest dem Kunden an, einen kleinen Prozentsatz vom Rechnungsbetrag abzuziehen, wenn er innerhalb einer kurzen Frist zahlt. Zahlt er später, schuldet er den vollen Betrag bis zum regulären Zahlungsziel.
Ein Recht auf Skonto gibt es nicht. Es gilt nur, wenn ihr es vereinbart habt, im Angebot, im Vertrag oder spätestens auf der Rechnung, wenn der Kunde das so annimmt. Ohne Vereinbarung darf der Kunde nichts abziehen.
Skonto oder Rabatt: der Unterschied
| Rabatt | Skonto | |
|---|---|---|
| Wann gewährt | von vornherein, unabhängig von der Zahlung | nur bei Zahlung innerhalb der Frist |
| Wo er steht | im Preis oder als Abzug im Angebot | als Zahlungsbedingung auf der Rechnung |
| Rechnungsbetrag | bereits reduziert | voller Betrag, Kürzung erst bei Zahlung |
| Zweck | Preisgestaltung, Auftrag sichern | schnellere Zahlung, bessere Liquidität |
So formulierst du Skonto auf der Rechnung
Die Formulierung muss drei Dinge klar regeln: den Prozentsatz, die Frist und den Beginn der Frist. Am besten nennst du ein konkretes Datum und den Betrag nach Abzug. Dann muss niemand rechnen und niemand streiten.
Zahlbar innerhalb von 14 Tagen ab Rechnungsdatum ohne Abzug, also bis zum 26.06.2026.
Bei Zahlungseingang auf unserem Konto bis zum 19.06.2026 gewähren wir 2 % Skonto. Der Zahlbetrag beträgt dann 5.831,00 €.
Die Formulierung „Zahlungseingang auf unserem Konto“ regelt auch die Frage, wann rechtzeitig gezahlt ist. Ohne diese Klarstellung wird oft darüber gestritten, ob der Tag der Überweisung oder der Tag der Gutschrift zählt.
Rechenbeispiel: Was Skonto kostet
Das folgende Beispiel ist frei angenommen. Rechnungsbetrag 5.000 € netto, dazu 19 % Umsatzsteuer.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Nettobetrag | 5.000,00 € |
| Umsatzsteuer 19 % | 950,00 € |
| Rechnungsbetrag brutto | 5.950,00 € |
| 2 % Skonto vom Bruttobetrag | 119,00 € |
| Zahlbetrag mit Skonto | 5.831,00 € |
| davon Minderung netto | 100,00 € |
| davon Minderung Umsatzsteuer | 19,00 € |
Auf den ersten Blick sind 2 % wenig. Rechne es aber als Zins: Zahlt der Kunde dank Skonto nach 7 statt nach 14 Tagen, gibst du 2 % für 7 Tage früheres Geld her. Auf ein Jahr hochgerechnet ist das ein sehr teurer Kredit. Skonto lohnt sich für dich deshalb vor allem dann, wenn du das Geld wirklich dringend brauchst oder wenn es bei Kunden mit schlechter Zahlungsmoral den Ausfall verringert. Kalkuliere den Nachlass in deinen Stundenverrechnungssatz und deine Preise mit ein.
Umsatzsteuer nach Skontoabzug korrigieren
Zieht der Kunde Skonto ab, sinkt das Entgelt nachträglich. Nach § 17 UStG musst du deshalb die Umsatzsteuer berichtigen, im Beispiel um 19 €. Das passiert in dem Voranmeldungszeitraum, in dem der Kunde gezahlt hat. Ein Unternehmer als Kunde muss seine Vorsteuer entsprechend kürzen.
Eine neue Rechnung brauchst du dafür nicht, wenn die Skontovereinbarung auf der Rechnung steht. In der Buchhaltung läuft der Abzug meist über ein eigenes Konto für gewährte Skonti. Buchhaltungsprogramme machen die Steuerkorrektur beim Buchen der Zahlung in der Regel automatisch.
Solltest du Skonto überhaupt anbieten?
Das hängt von deinen Kunden ab. Bei Firmenkunden und Bauträgern ist Skonto oft Teil der Verhandlung, und manche Auftraggeber erwarten es. Bei Privatkunden spielt es seltener eine Rolle, hier wirkt eine klare Zahlungsfrist mit Datum meist genauso gut.
Wenn du Skonto anbietest, dann bewusst:
- nur dort, wo du die schnelle Zahlung wirklich brauchst oder der Kunde sonst notorisch spät zahlt
- mit kurzer Frist, damit der Effekt spürbar ist
- eingepreist, damit dir der Nachlass nicht vom Gewinn fehlt
- immer schriftlich, mit Datum und Zahlbetrag
Biete Skonto nicht aus Gewohnheit an. Ist dein Betrieb liquide und zahlen deine Kunden ohnehin pünktlich, verschenkst du damit nur Marge. Hast du Skonto einmal auf allen Rechnungen stehen, ist es schwer, es Stammkunden wieder wegzunehmen.
Wenn der Kunde Skonto unberechtigt zieht
Es kommt häufig vor, dass Kunden Skonto abziehen, obwohl die Frist abgelaufen ist oder gar keins vereinbart war. Der fehlende Betrag bleibt dann eine offene Forderung. Du kannst ihn nachfordern, genau wie jeden anderen offenen Betrag.
Sehr geehrte Frau Muster,
vielen Dank für Ihre Zahlung zur Rechnung Nr. 2026-0188. Sie haben dabei 2 % Skonto abgezogen. Die Skontofrist endete am 19.06.2026, Ihre Zahlung ist am 24.06.2026 eingegangen. Bitte überweisen Sie den Differenzbetrag von 119,00 € bis zum 08.07.2026.
Bleibt die Zahlung aus, gehst du vor wie bei jeder offenen Rechnung. Wie du das formulierst, steht im Ratgeber zur Mahnung im Handwerk.
Skonto beim Einkauf selbst nutzen
Die Rechnung gilt auch umgekehrt. Viele Großhändler bieten dir Skonto auf Material an. Wenn deine Liquidität es erlaubt, lohnt es sich meist, diese Frist zu nutzen, aus demselben Grund, aus dem Skonto für den Verkäufer teuer ist. Achte darauf, dass du beim Skontoabzug im Einkauf auch deine Vorsteuer anteilig korrigierst. Die meisten Buchhaltungsprogramme erledigen das beim Verbuchen der Zahlung.
Skonto bei Abschlagsrechnungen und VOB/B
Bei Bauverträgen mit mehreren Abschlagsrechnungen ist Skonto besonders streitanfällig. Die VOB/B selbst sieht keinen Skonto vor. § 16 Abs. 5 Nr. 2 VOB/B stellt klar, dass nicht vereinbarte Skontoabzüge unzulässig sind.
Offene Fragen, die du im Vertrag regeln solltest:
- Gilt Skonto für jede Abschlagsrechnung einzeln oder nur für die Schlussrechnung?
- Verliert der Kunde bei einer verspäteten Abschlagszahlung nur diesen Skonto oder alle?
- Ab wann läuft die Frist: ab Rechnungsdatum, ab Zugang oder ab Prüfung der Rechnung?
Gerichte haben solche Klauseln je nach Wortlaut unterschiedlich ausgelegt. Unklare Formulierungen gehen oft zu Lasten dessen, der sie gestellt hat. Deshalb gilt: Wenn du Skonto bei Abschlägen gewährst, regle es im Vertrag ausdrücklich und Rechnung für Rechnung.
Für jede Abschlagszahlung und für die Schlusszahlung wird ein Skonto von 2 % gewährt, wenn der jeweilige Betrag innerhalb von 10 Werktagen nach Zugang der Rechnung auf unserem Konto eingeht. Wird eine Frist versäumt, entfällt der Skonto nur für die betreffende Zahlung.
Häufige Fragen
Darf der Kunde Skonto abziehen, wenn nichts vereinbart ist?
Nein. Einen gesetzlichen Anspruch auf Skonto gibt es nicht. Auch die VOB/B gewährt es nicht von selbst. Zieht der Kunde ohne Vereinbarung Skonto, fehlt dir ein Teil deiner Forderung, den du nachfordern kannst.
Was ist, wenn der Kunde nach Ablauf der Frist Skonto zieht?
Dann hat er keinen Anspruch darauf. Du kannst den Differenzbetrag nachfordern, am besten freundlich, aber mit klarer Frist. Ob sich das bei kleinen Beträgen und guten Stammkunden lohnt, ist deine Entscheidung.
Muss ich nach dem Skontoabzug eine neue Rechnung schreiben?
In der Regel nicht. Steht die Skontovereinbarung schon auf der Rechnung, reicht das. Du korrigierst die Umsatzsteuer in deiner Buchhaltung, und der Kunde korrigiert seine Vorsteuer selbst.
Gibt es Skonto auf den Bruttobetrag oder auf den Nettobetrag?
Üblich ist die Berechnung vom Bruttobetrag, also dem Zahlbetrag. Das Ergebnis ist rechnerisch dasselbe, weil die Umsatzsteuer anteilig mitsinkt. Nenne am besten den konkreten Betrag nach Abzug, dann gibt es keine Diskussion.
Ist Skonto dasselbe wie ein Rabatt?
Nein. Ein Rabatt ist ein fester Preisnachlass, der von vornherein gilt. Skonto ist an eine Bedingung geknüpft: Der Kunde bekommt ihn nur, wenn er innerhalb der Frist zahlt.
Stand: 27.09.2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Für verbindliche Auskünfte im Einzelfall wende dich an deine Steuerberatung oder Handwerkskammer.

